Also, jetzt ist es doch noch soweit gekommen. Schon dachte ich Amerika nach 16 Jahren den Rücken zu drehen, ohne jemals wieder so einen Mayonaise-verwasserten Krautsalat essen zu müssen. Da holte mich der Ruf nach eine-r/m (jetzt bin ich mir doch gar nicht sicher ob cole slaw Männchen oder Weibchen ist) cole slaw ein, ohne den (der Salat) man hier keinesfalls zu einem pick nick, und schon gar nicht am 4ten Juli, auftauchen kann. Der Grund wieso ich dieser amerikanischen Sommer Instutition bisher immer ausgkommen bin liegt schlicht und einfach darin, dass die 4th of July Feierlichkeiten bisher immer in unserem Garten stattfanden und ich somit das Menü diktierte. Diesmal haben wir den Lokus verlegt, da wir unser Haus auf Hochglanz bringen um es schon bald auf den Markt zu werfen. Um also keinen feindlichen Staatsakt zu begehen (immerhin bin ich ja Österreicherin), knallte ich mich sodann hinter einen Stoss virtueller Kochbücher, auf der Suche nach einer Krautsalatversion, bei der mir nicht schon bei der Zubereitung schlecht wird. Die herumdoktorerei hat sich ausgezahlt und das Ergebnis schaut zwar etwas anämisch aus, ist aber erstaunlich delikat. And best of all - der verwasserter Mayonaise Pool am Boden der Schüssel ist mir erspart geblieben.
A-typical but tasty Cole Slaw:
1 kleiner Krautkopf, fein geschnitten
2 Karotten, fein geschnitten
1 roter oder grüner Paprika, fein geschnitten
3 frische Maiskolben, vom Kolben befreit
2 Schalotten, fein geschnitten
etwas Salz und Zucker zum Massieren
4-5 ordenliche Gluckser Olivenöl
1/3 bis 1/2 solviel (wie vom Olivenöl) guter Essig
2 Zehen Knoblauch, zerdrückt oder zerstossen mit 1/2 TL Salz
1/2 TL Oregano
1/2 TL Chillipulver
1 guter Schuss Tabasco
Eine Mandoline ist ein äusserst hilfreiches Werkzeug, wenn es darum geht einen Krautkopf schön fein zu hobeln, solange man in der Lage ist, die Fingerkuppen im Originalzustand zu erhalten. Andernfalls ist ein scharfes Messer keine schlechte Alternative. Da rohes Kraut eine eher spröde Konsistenz hat, empfiehlt es sich diesem eine kleine Massage zu verabreichen, wozu man das Kraut in einer Schüssel unter Zugabe von etwas Salz und Zucker leicht durchknetet.
Bei den Karotten fiel mir ein alter Trick ein, der folgendermassen geht: Man schäle mit einem Sparschäler schöne dünne Scheiben und forme diese zu einem Stapel. Dann ran ans scharfe Messer und senkrecht zu feinen Stifteln schneiden. Die Karotten sollen in der Form und Grösse den Krautschnipserln gleichen. Dito gilt für den Paprika.
Mais ist hier in Amerika so eine Sache und der 4. Juli könnte leicht mit dem Geburtstag des Maiskolbens verwechselt werden. Man könnte glauben, dass es sich bei diesem unschuldigen Korn um das Hauptnahrungsmittel dieser Nation handelt, was in gewisser Weise sogar stimmt, wenn man berücksichtigt wieviel Mais hier zu Fast Food verarbeitet wird, aber davon ein ander mal.
Um den Mais mit einer entsprechenden Portion Geschmack auszustatten, wird er zuerst vom Kolben geschnitten und dann in einer Pfanne mit etwas Olivenöl ca 6-9 Minuten auf mittlerer Hitze geröstet. Nach Abkühlen mit dem Kraut, den Karotten, dem Paprika und den Schalotten in einer grossen Schüssel vermischen.
Für die Salatsauce alle Zutaten miteinander vermischen und probieren. Etwas Hitze soll das Gemisch schon hergeben, ansonsten mit etwas mehr Chillipulver oder Tabasco nachhelfen.
DIG IN!
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